![]() hardcover, 22,5x15,5
cm, 208 seiten,
mit 26 farbigen illustrationen von katharina ernst. typographische gestaltung von michael kimmerle. anabas verlag frankfurt/main ca, 25,00 euro ISBN 3-87038-372-0 erschienen im
oktober 2006
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vom kulinarischen denken und vom gastrosophischen schmecken handelt dieses buch. protagonisten sind das omelette, die nudel und die suppe. es handelt sich insofern um ein kochbuch, da jeder gedanke in ein rezept mündet, das der autor, erfunden, improvisiert oder nachgekocht hat. die gedanken schweifen jedoch häufig ab. vom teig zum ontologischen nudelbeweis ist es zwar ein weiter weg, aber er wird beschritten. deshalb ist dieses kochbuch im besten sinne des wortes "bedenklich". es gliedert sich in drei teile. in entree, in hors-d'œuvre und main course. der erste teil behandelt das wesen des omelettes. da sich schließlich das wesen des omelettes als unergründlich erweist, der mensch aber dennoch etwas essen muss, stellt der autor verschiedene improvisationstechniken für eine schnelle alltagsküche vor.das prinzip nach dem dabei vorgegangen wird ist einfach: verwendet wird, was sich gerade im kühlschrank befindet. der zweite teil ist der versuch einer kunstgeschichte der nudel. weil sich ein so umfangreiches thema nicht in einem einzigen buch abhandeln lässt, hat der autor thematische schwerpunkte gesetzt. die vielfalt der nudel könnte als generalthema bezeichnet werden. diese vielfalt erstreckt sich über so unterschiedliche aspekte wie hermann nitsch und die teeschale, wie aus dem teig die nudel wird, die herätische- und die liebesnudel. die kunstgeschichte der nudel liefert den beweis dafür, dass die italienische pasta seit erfindung der zentralperspektive sich unangefochten an der spitze einer der besten alltagsküchen erhalten hat. in welchem ausmaß die nudel eine rolle in der verständigung der kulturen spielen kann, zeigt ein vergleich asiatischer und europäischen nudeltraditionen. der dritte teil ist der suppe gewidmet. es ist kein zufall, dass das thema suppe als hauptgericht abgehandelt wird. aus der suppe kommt alles leben. im kapitel über die ursuppe erfahren sie alles über den beginn der suppe. seit der mensch in pfannen und töpfen kocht, ist die suppe grundlage aller speisen. als beispiele für diesen ursprünglichen suppen- und nahrungstopf werden der pot-au-feu, der bollito misto, die olla podrita und der curante mit zahlreichen varianten und variationen vorgestellt. dann folgt eine sehr persönliche geschichte. der autor schildert seinen initiationsweg in das geheimnis der suppe bei einem wahrhaft erleuchteten suppenchef. am ende dieser geschichte sollte der leser in der lage sein, hellen, dunklen, fleisch-, fisch- und gemüsefond herzustellen. in einer geschichte aus dem alten china erfahren wir seltsames über die reissuppenschlürfer und in einer weiteren geschichte bietet die suppe einen allerletzten ausweg: er führt vom pharaonischen ägypten bis in die gegenwart des lesers. am ende des buches findet sich ein rezeptregister, ein glossar und eine bibliopraphie. |